Deutsche Schriftsteller in Brasilien

 

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Es war ein langer Flug bis Caracas. Der längste Flug, den Anne jemals gemacht hatte, nebenbei bemerkt es war auch ihr erster Flug. Henning, der Mann an ihrer Seite, konnte da auf weitaus mehr Flugroutine zurückblicken. In der Rolle des Reiseschriftstellers war er schon ganz schön in der Welt herumgekommen. Es machte ihm Freude, seiner Anne die Welt ‚da draußen‘ zu zeigen.
Die nächsten Monate sollten sie in Venezuela bleiben. Das war für Anne unwahrscheinlich weit weg von Zuhause. Zu Hause, das war für sie ein kleiner Weiler im Westerwald, ihre Eltern lebten noch dort, aber dank des Internets fühlte sie sich immer mit ihnen verbunden.
Der Aeropuerto Internacional de Maiquetía Simón Bolívar in Venezuelas Hauptstadt Caracas hielt für Anne eine Überraschung, sie kamen im Hochsommer an, und als sie das Flugzeug verließen und aus dem Flughafengebäude kamen, hatte sie da Gefühl, dass die Atemluft hier irgendwie „dicker“ wäre. An dieses neue Atemgefühl musste sie sich erst einmal gewöhnen. Später irgendwann nach dem Rückflug würde sie die Erfahrung machen, das Gefühl zu haben, als müsste sie in Deutschland zweimal Luft holen, um die gleiche Sauerstoffmenge zu bekommen. Alles eine Frage der Gewöhnung. Aber das war eben das Erste, was Anne auffiel.
Caracas ist das Finanzzentrum und Industriezentrum Venezuelas, leider ist Caracas auch eine sehr gefährliche Stadt, die Kriminalitätsraten sind extrem hoch. Mit 140 Morden pro 100.000 Einwohnern jährlich 67-mal so viele wie in Deutschland) weist Caracas die zweithöchste Mordrate der Welt gleich hinter Honduras auf. Henning dachte also nicht daran, sich hier länger als irgend nötig aufzuhalten.
Vom Flughafen aus gab es eine direkte Transferverbindung nach Maracay, wo der Literaturagent Michael Hilger, der auch gleichzeitig Anne unter seine Fittiche genommen hatte, für die beiden als erste Bleibe ein Haus gemietet hatte.
Henning hätte lieber ein Taxi genommen, beide waren wirklich übermüdet und der Klimawechsel war nicht so einfach wegzustecken, eben noch im tiefen Winter, nun im tropischen Hochsommer. Aber er wollte sich keinem windigen Taxifahrer für diese doch weite Fahrt anvertrauen, so nahmen sie den Transferbus. Kaum saßen sie im klimatisierten Inneren, waren sie auch schon eingeschlafen. Mit dem Bus dauerte die Fahrt etwa zwei Stunden. Endstation Maracay. Von hier aus nahmen sie dann doch ein Taxi zu der angegebenen Adresse und keine Viertelstunde später waren sie am Haus.
Hilger hatte Geschmack. Es lag direkt am See und tagsüber hatte man wahrscheinlich einen wirklich schönen Blick. Ja, hier konnte man malen und schreiben. Aber für heute wollten sie nur noch eins, duschen und schlafen. Morgen würden sie sich ihre neue Welt erobern. Arm in Arm, sicher einer beim anderen schliefen sie ein.
Was gibt es Bedeutendes über eine in lateinamerikanischen Verhältnissen Stadt wie Maracay zu sagen, es gab ein Flugzeugmuseum, die Stadt ist ein Bischofssitz der katholischen Kirche und Maracay ist in Venezuela als ‚Ciudad jardín‘, also als Gartenstadt bekannt. Das war es auch schon. Ach ja, es gibt auch ein paar erwähnenswerte ‚weltbekannte‘ Persönlichkeiten:

  • Santos Michelena (1797–1848), Politiker
  • Carlos Alfonso Guillen, mittlerweile pensionierter Baseballspieler,
  • Alicia Machado, Miss Universe 1996,
  • Juan Arango, Fußballspieler,
  • Miguel Cabrera, Baseballspieler,
  • Pastor Maldonado, Automobilrennfahrer,
  • Bruno Palli, Automobilrennfahrer,

Also ein absolut ruhiges Fleckchen Erde, im Verhältnis zu Caracas absolut sicher und unauffällig. Hilger wusste ja auch, dass er keinen Kriegsreporter, sondern einen Reiseschriftsteller mit Frau auf die Reise schickte. Und dennoch hoffte er, dass aus der Reise ein Buch entstehen würde, welches den Lesern das Land näher bringen würde, eben auf Hennings ganz eigene Art, wie der es schon so oft erreicht hat und dafür bekannt war, hinter die Kulissen zu sehen und den geneigten Leser an die Hand zu nehmen, um ihm seine Eindrücke zu vermitteln.
Henning kannte Panamá, kannte Costa Rica, er war bereits im Nachbarland Kolumbien unterwegs gewesen und träumte immer davon, eines Tages ein großes Buch über Brasilien schreiben zu können. Im Empfinden Hennings näherte er sich seinem großen Ziel schrittweise. Hilger hatte versprochen, dafür Sorge zu tragen, dass das angemietete Haus in Königswinter nicht verkam, sondern einmal alle zehn Tage eine Reinemachefrau nach dem rechten sah und die Miete pünktlich überwiesen wurde.
Diesmal hatte Henning keine Reise ins Ungewisse angetreten und seine gesamte Habe in einer Garage seines Bruders Dennis und seiner Schwägerin Wilma auf unbestimmte Zeit eingelagert. Nein, er und Anne hatten eine schöne kleine Stadt am Rhein gefunden, die ihnen ans Herz gewachsen war und wohin sie gemeinsam nach der Reise oder nach weiteren Reisen zurückkehren wollten.
Als sie erwachten, war es draußen noch dunkel, sie hatten das Jetlag noch nicht überwunden, ihre innere Uhr tickte noch anders, sie war noch ganz auf mitteleuropäische Winterzeit eingestellt. Diese Gelegenheit konnte Anne nicht ungenutzt lassen. Einer Schlange gleich wand sie sich an Henning abwärts und begann, seine Männlichkeit mit Hingabe zu necken. Sie wollte wissen, ob der kleine Kerl schon zu Spielen aufgelegt war. Er war!
Sie spielte eine Weile mit ihrer Zunge, bis sie das Gefühl hatte, der kleine Mann wäre ausreichend aufgewacht, um auch ihr Lust zu verschaffen, sie drehte sich geschickt, bis ihr tanzender Po Henning die letzte Beherrschung verlieren ließ. Ungezügelt fiel er in ihren Rhythmus und beide begrüßten den neuen Tag in einem fremden Land mit einem wundervollen Orgasmus.

 

Index

Widmung                                                                                                         
Kapitel Nr. 1 – Eine neue Welt                                                                 
Kapitel Nr. 2 – Fremde Sterne                                                                 
Kapitel Nr. 3 – Trinidad                                                                                
Kapitel Nr. 4 – Oriana                                                                                  
Kapitel Nr. 5 – Angel Falls                                                                           
Kapitel Nr. 6 – Caracas                                                                                
Kapitel Nr. 7 – Die ‘Seaflight’                                                                    
Kapitel Nr. 8 – Puerto Cabello                                                                 
Kapitel Nr. 9 – Blauwasser segeln                                                           
Kapitel Nr. 10 – Islas Canarias                                                                  
Kapitel Nr. 11 – Die abendliche Nascherei                                          
Kapitel Nr. 12 – Auf in den Senegal                                                        
Kapitel Nr. 13 – Eine Überraschung für Michael Hilger                   
Kapitel Nr. 14 – Überfahrt mit Gästen                                                  
Kapitel Nr. 15 – Äquatortaufe                                                                  
Kapitel Nr. 16 – Ankunft in Rio de Janeiro                                           
Kapitel Nr. 17 – Silvester in Rio                                                                
Kapitel Nr. 18 – Michaels Seetauglichkeitsprüfung                         
Kapitel Nr. 19 – Auf nach Panama                                                          
Kapitel Nr. 20 – Martinique                                                                       
Kapitel Nr. 21 – Nächster Hafen Europa                                               
Kapitel Nr. 22 – Sensation im Düsseldorfer Hafen                           
Kapitel Nr. 23 – Die Stiftung                                                                      
Kapitel Nr. 24 – Abschied von Düsseldorf                                            
Schlussbemerkung                                                                                       

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